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  • Welche Aktivitäten und Projekte dürfen Vereine anbieten?

    Hierbei ist der Satzungszweck maßgeblich. Die Vereinsaktivitäten sollten immer darauf abzielen, den Satzungszweck zu verwirklichen. Demzufolge sollte ein Sportverein nur Aktivitäten anbieten, die auch tatsächlich auf die Förderung des Sports abzielen. Das Anbieten von Deutschkursen ist zwar sehr hilfreich, jedoch oftmals nicht von der Satzung gedeckt. Daher sollten Vereine ohne den Zweck „Förderung der Erziehung und Bildung“ bzw. „Mildtätigkeit“ vom Angebot eines Sprachunterrichts absehen.

     

  • Wie können Geflüchtete für die Sportangebote gewonnen werden?

    Bei der Kommunikation von Sportangeboten für geflüchtete Menschen bietet es sich an, mit Unterstützung lokaler Flüchtlingsinitiativen, Fördervereinen, Beratungsstellen und/oder Behörden zusammenzuarbeiten. Auch durch den direkten Kontakt zu Flüchtlingsunterkünften lassen sich auf leichte Weise Angebote von Sportvereinen für geflüchtete Menschen bewerben. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Hemmschwellen der geflüchteten Menschen abzubauen und sie für die Sportangebote der Vereine zu begeistern. So ermöglichen Sportveranstaltungen in den Unterkünften (z. B. Street-Football-Turnier) einen ersten Kontakt der geflüchteten Menschen mit dem Vereinssport. Zusätzlich können unverbindliche Schnuppertrainings oder offene Angebote durchgeführt werden.

     

  • Müssen Geflüchtete zwingend Mitglied im Verein werden?

    Bieten Vereine Sportangebote für geflüchtete Menschen an, so müssen diese nicht zwingend Mitglieder sein, um daran teilnehmen zu dürfen. Sie könnten im Rahmen von Schnupperangeboten oder ähnlichem stattfinden. Sonderregelungen bzgl. eines vereinfachten Aufnahmeverfahrens, einer befristeten Mitgliedschaft bzw. Gastmitgliedschaft oder die Beitragsgestaltung für Geflüchtete bedürfen einer Satzungsgrundlage.

     

  • Können geflüchtete Menschen vom Mitgliedsbeitrag befreit werden?

    Mit der Mitgliedschaft im Verein unterliegen auch geflüchtete Menschen der aus der Satzung bzw. der Beitragsordnung hervorgehenden Beitragspflicht. Sollen Geflüchtete von dieser Pflicht befreit werden, bedarf es einer Satzungsgrundlage, wonach das zuständige Gremium (z. B. Vorstand) ermächtigt wird, Beiträge auf begründeten Antrag zu stunden, zu ermäßigen oder zu erlassen. Dies bedarf aber einer Einzelfallentscheidung des zuständigen Gremiums und kann nicht automatisch für alle Geflüchteten gelten. Es ist empfehlenswert einen Vorstandsbeschluss zu fassen und in diesem die einzelnen geflüchteten Menschen zu benennen, die von der Beitragsminderung bzw. -befreiung betroffen sind.

     

  • Wie sind geflüchtete Menschen versichert?

    Mit dem Erhalt des Status einer Aufenthaltsgestattung, einer Duldung oder einer befristeten bzw. unbefristeten Aufenthaltserlaubnis sind die Menschen in Deutschland grundsätzlich krankenversichert oder haben zumindest Anspruch auf eine Grundversorgung. Einschränkungen in der Grundversorgung gelten in den ersten 15 Monaten des Aufenthalts für Menschen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (§§ 4, 6 AsylbLG) beziehen. Dies betrifft insbesondere Rehabilitationsmaßnahmen und Physiotherapien. Die Zuständigkeit liegt hier beim örtlichen Sozialamt, welches Krankenscheine für den Arztbesuch ausstellt.

    Versicherung im Verein

    Der LSB hat seine Rahmenvereinbarung mit der Feuersozietät Berlin Brandenburg um die Gruppe der Geflüchteten erweitert. Somit sind diese, genau wie die übrigen Mitglieder, unfall- und haftpflichtversichert.

     

     

  • Ehrenamtliche Tätigkeit

    Eine ehrenamtliche, unentgeltliche Tätigkeit können Geflüchtete unabhängig von Aufenthaltstitel und behördlicher Zustimmung aufnehmen. Ehrenamtlich tätige, geflüchtete Menschen partizipieren im gleichen Umfang an der Unfall- und Haftpflichtversicherung des LSB, wie die anderen Mitglieder.

    Aufwandsentschädigung für Geflüchtete

    Geflüchtete Menschen können für ihre Übungsleiter- oder Ehrenamtstätigkeit eine Aufwandsentschädigung erhalten. Obwohl die Tätigkeit kein „echtes“ Beschäftigungsverhältnis darstellt, bedarf es der Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde. Gemäß dem Asylbewerberleistungsgesetz werden die gezahlten Aufwandsentschädigungen in den ersten 15 Monaten des Aufenthalts vom Sozialamt auf die gewährten Leistungen angerechnet. Nach diesem Zeitraum bleiben Aufwandsentschädigungen bis zu einer Höhe von 200 € anrechnungsfrei. Eine Entlohnung durch Gutscheine oder Geschenke ist jederzeit möglich.